Bei den Buschmännern in der Kalahari

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Afrika ist ein wundervoller, in seiner Ursprünglichkeit und Vielfalt einzigartiger Kontinent. Seit meinem zwanzigsten Lebensjahr zieht es mich immer wieder dorthin. Für meine Afrika-Trilogie habe ich hauptsächlich Namibia und Botswana bereist, in der Absicht, die Buschmänner in der Kalahari und die Himbas im Kaokoland zu besuchen.

 

Es war nicht nur eine Reise in eine andere Welt, sondern auch in eine andere Zeit. Die San, wie die Buschmänner dort genannt werden, leben halbnomadisch als Jäger und Sammler noch genauso wie vor 25 000 Jahren. Ihre Ururururur… Ahnen haben wahrscheinlich die wundervollen Felsmalereien am Brandberg geschaffen.
Leider sehen die Regierungen in Botswana und Namibia es nicht gerne, wenn ein Volk in unserer heutigen Zeit noch so seinen Traditionen verhaftet bleibt. Hinter dem Spruch: „Wir sind alle Namibier/ Botswaner“ versteckt sich das hinterhältige Anliegen, sämtliche Kulturen und damit die Identität der Menschen aufzulösen.

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Bildung ist sicher wichtig. Da gibt es keine Diskussion! Aber welche Bildung ist die Richtige? Das englische Schulsystem etwa – oder das deutsche oder das französische?
Was gibt einem Buschmann „Romeo und Julia“ von Shakespeare? Hat Afrika denn keine eigene Kultur? Warum werden Buschmänner gezwungen, ihr Jäger- und Sammlerdasein aufzugeben?

Die Antwort ist einfach. Die Farmer haben Angst, dass die Buschmänner in ihre Gebiete vordringen und „ihr“ Wild jagen – in Gebiete, die von alters her der Lebensraum der San waren!
 
Viel zu viele Buschmanngruppen haben sich mittlerweile aufgelöst. Die Männer verdingen sich auf Farmen als billige Arbeitskräfte, während ihre Familien in schäbigen Wellblechhütten an Straßenrändern dahinvegetieren. Alkoholismus ist ein großes Problem, weil die Menschen keinen Sinn in ihrer Arbeit sehen.
 
Doch zum Glück gibt es auch engagierte Menschen, die für das Recht der Buschmänner kämpfen. Seit ein paar Jahren ist eine kleine Gruppe von Anthropologen unterwegs und führt oft schon auseinander gebrochene Gruppen wieder zusammen, damit sie so leben, wie es ihre Ahnen immer getan haben. Im Juli 2007 wurde vor dem obersten Gerichtshof in Botswana zum ersten Mal den Buschmännern das Recht auf ihre kulturelle Identität zugesprochen. Ein kleiner Schritt, die San wieder in die Unabhängigkeit zu entlassen…