Reisen und Recherche

Schreiben bedeutet für mich auch das Bemühen um Authentizität. Und die ist, glaube ich, nur gewährleistet, wenn man auch weiß, über was man schreibt und es sich nicht nur anliest. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich eine Geschichte immer dann am besten entwickelt, wenn man ein Stück weit in ihre Wirklichkeit eintaucht. Für meinen Roman über Mädchengangs habe ich an sozialen Brennpunkten in Berlin und München vor Ort recherchiert. Die Isolation und Ausweglosigkeit vieler Jugendlicher dort wurde mir erst richtig bewusst, als ich wiederholt um die Blöcke strich und mit Hilfe einer Sozialarbeiterin hinter die Kulissen schauen durfte.

 

Ein anderes Steckenpferd von mir sind Reisen zu Menschen, die vom Aussterben bedroht sind – oder (was viel schöner ist) sich erfolgreich dagegen wehren.